Mit dem 01. Oktober 2017 wurde der Einlagensicherungsfonds reformiert. Dabei geht es primär um den Schutz der privaten Kunden, wenn ein Kreditinstitut oder eine Versicherung pleitegehen sollte. Mit der neuen Reform wurden einige Punkte in der Absicherung gekürzt oder herausgenommen. Die Einlagensicherung gilt für alle EU-Banken. Auch dann, wenn Sie als Deutscher Staatsangehöriger in Spanien ein Sparkonto haben sollte und die spanische Bank pleitegehen sollte.

Generell ist jede Bank verpflichtet seine Kunden über die gesetzliche Einlagensicherung zu informieren. In der Regel passiert das durch ein Informationsschreiben, das jährlich übersandt wird. Kommt es zu einer Schieflage oder sogar zu einer Insolvenz einer Bank, ist der Einlagensicherungsfonds später für die Entschädigung der privaten Kunden zuständig. Die gesetzliche Einlagensicherung soll das Guthaben der Kunden in Deutschland und Europa schützen. Seit 1976 besteht der Einlagensicherungsfonds, dem etwa 150 Mitgliedsbanken abgeschlossen sind.

Was schützt der Einlagensicherungsfonds

Der Fonds für die Einlagensicherung schützt Spareinlagen (Girokonto, Sparkonto, Tagesgeld, Festgeld) sowie Sicht- und Terminguthaben. Generell gibt es aber mit der neuen Reform von 2017 einige Einschränkungen, die im nächsten Absatz kurz behandelt werden.

  • Schutz bis zu 100.000 Euro bei Privatkonten
  • Bis zu 200.000 Euro bei Gemeinschaftskonten
  • Garantierte Summe kann sich bis zu 500.000 Euro erhöhen

Eine Erhöhung ist dann möglich, wenn kurzzeitig viel Geld auf dem privaten Konto liegt.- Allerdings kann der erhöhte Schutzumfang auf Antrag nur jeweils für einen Zeitraum von 6 Monaten gelten. In den garantierten Summen befinden sich auch die Ansprüche auf mögliche Zinszahlungen. Sollte eine Bank pleitegehen, springt der Einlagensicherungsfonds dann ein, wenn die Bank nicht in der Lage sein sollte, die Kundengelder zurückzuzahlen.

Die Kundengelder sind aktuell bis zu 100.000 Euro (oder darüber hinaus bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze) geschützt.

Eine Entschädigung ist immer erst möglich, wenn in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) zu dem Ergebnis kommt, das für die Bank keine weitere Chance besteht. Ebenso dann, wenn das Moratorium zur Feststellung über 6 Wochen andauert. In solchen Fällen nimmt der Fonds für Einlagensicherung seine Arbeit auf und wendet sich direkt an jeden Kunden persönlich, um die Entschädigung vorzunehmen. Dabei muss dann die Entschädigung innerhalb von 7 Tagen sichergestellt werden.

In Deutschland gibt es neben dem Fonds auch die Möglichkeit der freiwilligen Sicherungssysteme, wodurch das geschützte Guthaben größer als 100.000 Euro ausfallen kann.

Was ist im Einlagensicherungsfonds nicht geschützt

Grundsätzlich umfasst der Einlagensicherungsfonds nur private Guthaben. Mit der Reform im Jahr 2017 sind aber künftig Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen nicht mehr geschützt. Eine Ausnahme bildet nur der Altbestand, für den ein Bestandsschutz gilt.

Zusätzlich wurde der Einlagensicherungsfond mit der Reform weiter eingeschränkt. So gilt dieser nur noch für Einlagen mit Laufzeiten unter 18 Monaten. Bei längeren Laufzeiten gilt der Fonds als Absicherung nicht mehr. Eine Ausnahme bildet aber auch hier der Altbestand.

Wertpapiere werden ebenfalls nicht durch den Fonds geschützt. Grund ist hier, dass die Wertpapiere zwar bei der Bank gelagert sind, aber dem Kunden gehören. Sollte die Bank insolvent werden, darf sie aber jederzeit die für den Kunden gelagerten Wertpapiere herausgeben oder auf ein anderes Depot übertragen.

Sicherungsfonds gilt auch für Zweigniederlassungen deutscher Banken

Generell ist der Einlagensicherungsfonds auch dann Ansprechpartner, wenn eine Zweigniederlassung einer deutschen Bank im Ausland pleitegehen sollte.

Banken in Europa

Der Einlagensicherungsfonds bezieht sich nicht nur auf Banken in Deutschland und deren Zweigniederlassungen in der Welt. Der Fonds für Einlagensicherung bezieht sich auch auf Europäische Banken mit Sitz in der EU.

Hier gilt ebenfalls mittlerweile ein Schutz von bis zu 100.000 Euro pro privaten Kunden.

Generell hat aber jedes EU-Land seine eigenen Sicherungssysteme für eine Bankpleite. Es muss also beachtet werden, dass die Einlagensicherung jeweils eine nationale Institution in Europa ist. Es gibt bislang keine gemeinsame europäische Einlagensicherung. Allerdings bestehen einheitliche Regelungen innerhalb von Europa. Interessant ist aber vor allem, dass gerade das deutsche System am unübersichtlichsten ist. Grund sind hier die vielen privaten und öffentlichen Banken sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Jede Gruppe hat seinen eigenen Sicherungsfonds.

 

Ich habe mein Geld bei einer EU-Bank

Durch die Niedrigzinspolitik haben immer mehr Deutsche ihr Geld im Ausland gelagert. Oft auf Tages- oder Festgeldkonten bei Banken in der EU. Die Kreditinstitute haben dann die Banklizenz nicht aus Deutschland, sondern aus einem Staat der EU. Hier sei aber auch klar

gesagt, dass die privaten Einlagen ebenfalls bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert sind. Kommt es dann zu einer Pleite, wurden dafür im Jahr 2015 die Vorgänge deutlich vereinfacht. Der Betroffene (z.B. mit deutschem Wohnsitz) kann sich dann an die deutsche Einlagensicherung wenden, die die Abwicklung im Auftrag der ausländischen Einrichtung durchführt.

Was passiert bei einer Systemkrise

Der Einlagensicherungsfonds ist grundsätzlich nur für einzelne Bankpleiten gedacht. Sollte es tatsächlich zu einer Systemkrise kommen, bei denen mehrere Banken gleichzeitig -auch in mehreren EU-Ländern- in Schwierigkeiten geraten, dürfte der Fonds für Einlagensicherung allerdings schnell an seine Grenzen stoßen. In solchen Fällen, abhängig von dem Umfang einer Systemkrise, wäre auch ein Totalverlust denkbar. Die Einlagensicherung hängt letztlich immer davon ab, wie gut die Kreditwürdigkeit eines Landes ist. Generell sollten hohe Guthaben deswegen immer nur bei Banken liegen, die sich in einem Land mit hoher Finanzkraft befinden.

Wie kann ich die Finanzkraft eines Landes herausfinden

Der einfachste Weg, um die Finanzkraft eines Landes auch für einen Laien schnell herauszufinden, sind die Ratinglisten. Über die Ratinglisten (z.B. von Moody´s, Fitch oder Standard & Poor´s) lassen sich am schnellsten die Informationen erfahren. Das Rating ist praktisch eine Bonitätsnote. Die höchste Kreditwürdigkeit beim Rating wird mit einem Triple A (AAA) ausgegeben.

Bietet eine Bank hohe Zinsen an, befindet sich das Institut meistens in einem Land mit niedriger Bonitätsbewertung. Generell ist das zunächst nichts negatives, in den letzten Jahren gab es keine Ausfälle. Dennoch sollten Sie als Anleger sich darüber bewusst sein, das die Anlage mit einem eventuell höheren Risiko verbunden sein kann!

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