Der Freistellungsauftrag dient in Deutschland dazu, erzielte Kapitalerträge vor einer Besteuerung freizustellen. Allerdings ist das nur in einem begrenzten Umfang möglich. Der Freistellungsauftrag wird dazu an die entsprechende Bank eingereicht. In diesem kann der Anleger dann den gewünschten Anteil des Sparer-Pauschalbetrages (auch als Sparer-Freibetrag bekannt) angeben, zu dem keine Abgeltungssteuer abgeführt werden soll.

Generell kann der komplette Pauschalbetrag genutzt werden, alternativ kann dieser aber auch anteilig auf mehrere Institute nach Wahl verteilt werden. Dabei dürfen die einzelnen Freistellungsaufträge den Sparerfreibetrag nicht überschreiten. Also kann der Auftrag zur Freistellung auf mehrere Banken verteilt werden.- Das ist möglich. Nicht möglich hingegen ist es, diesen dort auf bestimmte Depots oder Konten einer Bank zu beschränken.

  • Für eine Bank
  • Oder für mehrere Banken anteilig

Sparerfreibetrag aktuell

  • Singles 801 Euro pro Jahr
  • Verheiratete 1.602 Euro pro Jahr

Alle Zinserträge darüber werden regulär mit der Abgeltungssteuer inkl. Solidaritätssatz (26.375 %) und eventl. Kirchensteuer besteuert. Diese werden dann von einem deutschen Institut automatisch an das Finanzamt abgeführt.

Kontoinfo: Höhere Sparer Pauschbetrag ist möglich!

Unter bestimmten Umständen kann auch ein höherer Sparer Pauschbetrag geltend gemacht werden. Das ist dann der Fall, wenn die anderen Einkünfte der Sparer unter dem Grundfreibetrag liegen werden. In diesem Fall kann mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung auch höhere Zinsbeträge von der gesetzlichen Abgeltungssteuer freigestellt werden. Diese können dann über die obigen Sparerfreibeträge hinausgehen.

Informationen zum Freistellungsauftrag

Der Freistellungsauftrag kann auf Wunsch entweder unbefristet oder bis auf Widerruf gelten. Bitte beachten Sie, dass dieser Auftrag zur Freistellung nur für deutsche Banken gilt. Der Nachteil hier: Die deutschen Banken ziehen automatisch die Abgeltungssteuer von erzielten Kapitalerträgen ab.

Haben Sie hingegen Ihr Geld bei einer ausländischen Bank, ist dieses Konto dem Finanzamt in Deutschland zwar zu melden, das Institut im Ausland wird aber keinen automatischen Steuerabzug vornehmen. Der Kontoinhaber kann das dann in Form seiner Einkommenssteuererklärung selbstständig durchführen.

Unbedingt zu beachten

Wenn Sie bei Ihrer deutschen Bank einen Freistellungsauftrag einreichen, muss dieser Ihre Steuer-Identifikationsnummer enthalten. Ohne Angabe dieser Nummer, ist der Auftrag zur Freistellung nicht wirksam.

Der Freistellungsauftrag kann immer nur von der Person gestellt werden, dem die Erträge rechtlich zustehen. Generell ist damit keine Anwendung auf Treuhandkonten, Kautionskonten und Vereinskonten möglich. Das gleiche ist der Fall bei Konten, die als betriebliche Anlage dienen.

Freistellungsauftrag – Clever verteilen

Wie bereits oben erwähnt, kann der Freistellungsauftrag vom Sparer clever auf verschiedene Institute verteilt werden. Bei den meisten Anlegern wird der Sparer Pauschalbetrag nicht erreicht, so dass der nicht genutzte Betrag einfach auf ein anderes Bankinstitut verteilt werden kann. Das kann ein Anlagekonto sein, aber auch ein Girokonto, auf dem zum Beispiel auch Zinsen gezahlt werden. Sie müssen nur beachten, dass alle Aufträge zusammen nicht höher als der Sparerfreibetrag ausfallen dürfen.

Kontoinfo: An die Kinder denken

Der Freistellungsauftrag kann nicht nur von Erwachsenen genutzt werden. Auch Kinder können diese für Ihre Sparkonten und Anlagekonten einreichen.

Minderjährige können ebenfalls den vollen Sparerfreibetrag bis zu 801 Euro pro Jahr nutzen und den Auftrag zur Freistellung auf Wunsch auch auf mehrere Institute aufteilen.

Die gesetzlichen Vertreter müssen den Auftrag zum Sparerfreibetrag dann unterschreiben.

Freistellungsauftrag widerrufen und andere Fristen

Der reguläre Auftrag zur Freistellung für den Sparerfreibetrag gilt immer vom 01. Januar bis zum 31. Dezember eines Jahres. Generell ist es auch möglich einen Freistellungsauftrag unbefristet zu erteilen. Dieser gilt dann solange, bis er widerrufen oder durch einen neuen ersetzt wird. Innerhalb eines Jahres ist es möglich, dass der Auftrag für den Sparfreibetrag beliebig oft geändert werden kann. Das gilt aber nicht für die zurückliegenden Jahre. Stichtag für eine letzte Änderung ist immer der letzte Banktag im Dezember. Häufig ist das der 28. Einige Banken benennen hierfür aber frühere Fristen. So muss der Freistellungsauftrag spätestens bis zum 15. Dezember bei der Bank vorliegen,

Ehepartner können den Sparerfreibetrag entweder gemeinsam oder getrennt nutzen.

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