Gebühren für Girokonto steigen

Seit einigen Monaten steigen die Gebühren für das Girokonto bei vielen Banken. Erstmals erheben auch viele Institute bei dem kostenlosen Konto eine Gebühr. Dabei gehen sie oft sehr fantasievoll vor. Doch warum

werden plötzlich überall Gebühren für das Girokonto erhoben?

Hierfür ist ein Blick in die Vergangenheit sehr sinnvoll. Vor 10 Jahren waren Gebühren für Girokonto völlig normal. Nicht selten bezahlten private Nutzer zwischen 5 – 15 Euro pro Monat. Hinzu kamen Gebühren für jede einzelne Buchung. Kostenlose Girokonten kannte man damals gar nicht oder kaum. Als das Internetzeitalter begann und immer mehr Direktbanken Marktanteile eroberten, entwickelte sich immer öfters das kostenlose Girokonto. Im Laufe der letzten Jahre wurde es schon zum Standard. Doch warum werden jetzt wieder Kosten erhoben?

Gründe, warum Gebühren für Girokonto erhoben werden

Der Hauptgrund dafür ist der seit Jahren anhaltende Niedrigzins in Europa. Seit dem die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 0 % senkte, haben es vor allem Sparer schwer. Sie bekommen keine Zinsen mehr für ihr Geld. Versicherungen senken Jahr für Jahr den Garantiezins. Eine Kapital-Lebensversicherung loht aktuell kaum. Nun spüren es auch die Banken. Seit dem 10.03.2016 liegt der Leitzins bei 0 Prozent, davor lag er ebenfalls historisch niedrig bei 0,05 (seit 2014). Für die Banken lässt sich dabei kaum noch kalkulieren. So wundert es nicht, dass nur die Gebühren für Girokonto angehoben bzw. erstmalig bei kostenlosen Konten erhoben werden.

Was immer gerne vergessen wird. Die Kontoführung kostet viel Geld. Bislang haben die Banken dafür nichts erhoben oder es durch andere Kosten amortisiert. Doch solange die Niedrigzinspolitik der EZB weiter betrieben wird, ist davon auszugehen, dass immer mehr Banken Gebühren wieder einführen oder anheben. Davor wurde der Markt verzerrt. Es wurde ein Bankkonto kostenlos angeboten, obwohl ein Konto bei einer Bank noch nie kostenlos war.

Zum näheren Verständnis

Eine Bank in Deutschland oder in Europa steht in einer ständigen Verbindung zu der EZB (Europäische Zentralbank). An jedem Tag kommt es zu unzähligen Transaktionen bei der Bank, am Ende entsteht die Tagesbilanz. Befindet sich diese im Minus, wird für wenige Stunden Geld bei der EZB geliehen. Dabei wird das Minus über Nacht ausgeglichen und der Kredit am nächsten Morgen zurückgezahlt. Wir bezeichnen das auch als Spitzenrefinanzierungsfazilität.

Hat die Bank jedoch ein Plus erwirtschaftet, legt sie dieses bei der EZB an. Die sogenannte Einlagefazilität. Für das Anlegen bekamen die Banken früher Zinsen. Nun hat die EZB aber den Strafzins eingeführt. Statt nun Zinsen zu bekommen, müssen sie für die Einlage bezahlen.

Auf Dauer geht das nicht gut. Lange Zeit wurden die Gebühren für Girokonto aber auf dem alten Stand gehalten. Als die EZB immer noch nicht den Leitzins anhob, blieb vielen Instituten kaum eine andere Wahl, als wieder Gebühren für das Girokonto einzuführen.

Was können Verbraucher machen

Generell sollte geprüft werden, wie hoch die Gebühren für das Girokonto nun ausfallen. Sind diese im kleinen Rahmen, lohnt sich ein Wechsel kaum. Es wird erwartet, dass andere Banken nachziehen und ebenfalls Gebühren für Girokonto einführen.

Sind die Kosten für Kontoführung jedoch deutlich gestiegen, kann ein Wechsel tatsächlich sinnvoll sein. Seit 2017 ist der Kontowechsel in Deutschland vereinfacht worden. Dabei kümmert sich die neue Bank automatisch um die Übernahme aller Daueraufträge und Kontovorfälle. Der Kunde muss sich darum nicht mehr kümmern. Ein Kontowechsel ist damit also deutlich einfacher und nicht mehr so aufwendig wie vor ein paar Jahren noch. Sind Ihnen aktuell die Gebühren für Girokonto zu hoch, empfiehlt sich ein Girokontenvergleich, um einen besseren Anbieter zu finden.

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