Seit 2017 ist der Kontowechsel in Deutschland noch einfacher. Mit dem neuen Zahlungskontengesetz kann nun ein Umzug zu einer anderen Bank ohne großen Aufwand erfolgen. Selbst dann, wenn zahlreiche Daueraufträge bestehen. Diese werden nun einfach – für den Kunden automatisch- zur neuen Bank übernommen. Damit muss bei einem Kontowechsel künftig nichts mehr erneuert werden. Wo die Vorteile aber auch die Nachteile beim neuen Zahlungskontengesetz liegen, erläutern wir von Kontoinfo kurz in unserem Bericht.

Das neue Zahlungskonteninfogesetz

Ein Kontowechsel konnte schon immer problemlos vorgenommen werden. Ärgerlich war es aber meistens, die ganzen Daueraufträge und andere Zahlungsvorlagen neu einzugeben. Mit dem neuen Zahlungskonteninfogesetz erledigt das nun die neue Bank automatisch für den Kunden. Dafür nimmt sie direkt mit der Vorbank Kontakt auf und überträgt die Daten zu Daueraufträgen und anderen Belegen direkt in die neue Bankverbindung. Mit dem neuen Gesetz sind die Banken zur Mithilfe bei einem Kontowechsel verpflichtet. Dabei werden die gesamten Umsätze bei der anderen Bank direkt zur neuen Bank herübergeholt. Der Kunde muss die alte Bank nicht informieren. Das neue Kreditinstitut kümmert sich nun bei einem Kontowechsel automatisch um die ganzen Vorgänge.

Bei einem Wechsel besteht kein Aufwand mehr für den Kunden!

Die neue Bank hat dem Gesetz nach 2 Tage Zeit, um die alte in Kenntnis zu setzen und alle nötigen Informationen abzufordern. Die alte Bank hat dann in einem Zeitrahmen von 5 Tagen diese Informationen zu liefern. So sieht es das neue Zahlungskonteninfogesetz vor. In der Regel ist soll dann nach insgesamt 12 Tagen der Wechsel komplett durchgeführt sein.

Kontoinfo: Umfangreiches neues Gesetz

Das Zahlungskonteninfogesetz ist sehr umfangreich gestaltet und enthält zahlreiche Unterabschnitte. Wer sich selbst einen Überblick verschaffen möchte, kann dazu einen Blick auf den Gesetzestext werden.

Wer trägt die Haftung bei einem Fehler

Kommt es beim Datenübertrag zu einem Fehler, sind die Banken haftbar. Der Kunde trägt damit bei dieser Abwicklung kein Risiko.

Der Zeitraum von der Datenübermittlung bezieht sich auf die letzten 13 Monate in der Vergangenheit.

Diese Daten werden demnach an die neue Bank übermittelt. Alle Daueraufträge, Abbuchungen und andere Belege sollen dann erfasst sein.

Kontowechsel und der Dispo

Bei einem Kontowechsel und dem neuem Zahlungskonteninfogesetz bleibt der Dispo aber außen vor. Bestehen bei der alten Bank noch Disposchulden, können diese nicht einfach zur neuen Bank mitgenommen werden. Generell richtet die neue Bank aber einen Disporahmen ein, der sich an dem alten orientiert. Maßgabe dafür ist aber die aktuelle Schufa-Auskunft. Verfügt der Kunde über eine über einen guten Score Wert ist die Einrichtung eines Disporahmens bei der neuen Bank in der Regel kein Problem.

Das alte Konto kündigen beim Kontowechsel

Kontoinfo informiert: Auch hier greift auf Wunsch das neue Zahlungskonteninfogesetz. Der Kunde kann sein altes Konto entweder selbst kündigen und dieses auch an die neue Bank als Auftrag übergeben. Selbstverständlich fallen durch die Tätigkeiten der Banken für den Kunden keine Zusatzgebühren oder andere Kosten an.

Kontoinfo: Nachteile beim Zahlungskonteninfogesetz

Wer an einen Kontowechsel denkt, wird sicherlich, sofern im alten Konto viele Daueraufträge eingetragen sind, zahlreiche Vorteile sehen. Dennoch ist das neue Zahlungskoteninfogesetz aber auch kritisch zu sehen. Einige Punkte und Abläufe bewerten wir von Kontoinfo äußerst kritisch. Die neue Bank kommt so praktisch an alle Informationen auf dem Vorkonto. Der Kunde wird dadurch noch transparenter und der Informationsfluss ist sehr vielfältig. Das ist durchaus kritisch zu betrachten. Insbesondere da im Jahr 2017 auch das Bankgeheimnis in Deutschland weggefallen ist.

Generell muss daher jeder selbst erachten, ob er bei einem Kontowechsel diese Daten der neuen Bank preisgeben will. Ist dem so, muss der Kunde bei dem Wechsel des Kontos den neuen Anbieter nur über die alte Kontoverbindung informieren. Der weitere Vorgang läuft dann praktisch automatisch. Wer dem neuen Zahlungskonteninfogesetz hingegen kritisch gegenübersteht, muss die alte Kontonummer der neuen Bank bei einem Kontowechsel nicht mitteilen und kann damit lieber auf alte Art und Weise die Daueraufträge neu eingeben. Generell bietet das Gesetz viele Vorteile, doch wie bei jedem Vorzug gibt es eben auch die kritischen Punkte, die aber jeder Verbraucher für sich beurteilen und bewerten sollte.

Die Zeit für den kompletten Wechsel soll mit dem neuen Kontenzahlungsinfogesetz rund 12 Tage betragen. Kritisch gesehen ist das viel Zeit. Wer als Kunde das selbst in die Hand nimmt, kann die gesamte Abwicklung in wenigen Stunden durchführen, ohne dabei alle Informationen an die neue Bank preiszugeben.

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