Bei der IBAN Überweisung kommt es immer wieder einmal zu Fehlern. Das liegt nicht nur an der langen Nummer (die sich aus Kontonummer und Bankleitzahl zusammensetzt, wodurch die BLZ bzw. der BIC entfallen kann), sondern vor allem auch dadurch, dass kein Name mehr angegeben werden muss. Früher wurde teilweise noch bei der Empfängerbank gegengeprüft, ob Name und Kontonummer zusammenpassen (so wie auf der Überweisung angegeben). Mit der IBAN entfällt dieses.

Generell stellt sich damit die Frage, ob ich eine normale Überweisung überhaupt rückgängig machen kann, wenn ein Fehler vorlag. Hier spielen verschiedene Punkte eine Rolle, ganz so einfach ist das nicht. Kontoinfo klärt auf.

Wann ich eine Überweisung rückgängig machen kann

Zunächst sollte klar gesagt werden, das eine Überweisung, die mit einer TAN bestätigt wurde, automatisiert bearbeitet wird. In der Regel kann diese dann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Sofort nach dem Abschicken handeln

Einzige Möglichkeit: Um die Überweisung zu stoppen kommt es auf viel Glück an und vor allem auf Ihre Schnelligkeit. Wird der Fehler sofort nach der Überweisung entdeckt, hilft unter Umständen ein sofortiger Anruf bei Ihrer Bank. Eine Garantie für den Stopp ist das jedoch nicht. Allerdings können glückliche Umstände mitspielen und der Bankbearbeiter kann durch einen Zufall die Überweisung schnell noch stoppen. Einige Banken sammeln die Überweisungsvorgänge bis zu einer bestimmten Uhrzeit am Tag und führen diese erst dann aus. Hier könnte noch die Möglichkeit bestehen, den Vorgang zu stoppen. Ist dem so, kann es zu einer kleinen Bearbeitungsgebühr kommen (abhängig von der Bank). So berechnet die Volksbank zum Beispiel eine Stornierungsgebühr von 10 Euro.

  • Sofort nach Überweisung Bank anrufen!
  • Bearbeitungskosten fallen u.U. an
  • Ohne Garantie

Mit IBAN geht heute alles schneller. Befindet sich die Überweisung bereits im automatisierten Bearbeitungsmodus, kann auch der Bankbearbeiter nichts mehr unternehmen.

Kontoinfo: Was nun

Konnte die Überweisung nicht mehr gestoppt werden, bleibt Ihnen nur, den Empfänger zu kontaktieren. Das allerdings klappt auch nur dann, wenn Sie wissen, an wen Sie nun irrtümlicherweise den Betrag geschickt haben. Haben Sie einfach eine Vorlage vertauscht ist das einfach. Befindet sich aber ein Zahlendreher in der IBAN Nummer, die dann auch tatsächlich einem Konto zugehörig ist, wird es sehr schwierig. Hier muss zunächst ein Nachforschungsantrag mit Bitte um Kontaktierung des Empfängers gestellt werden. Die meisten Banken geben den Kontoinhaber nicht einfach so preis, auch wenn das Bankgeheimnis in Deutschland längt weggefallen ist.

Falsche Überweisung: Kann ich die behalten

Nun stellt sich noch eine ganz andere Frage. Darf derjenige, der die falsche Überweisung erhalten hat, das Geld einfach für sich verwenden?

Strafbar macht sich der falsche Empfänger nicht, wenn er das Geld behält oder ausgibt. Auch dann, wenn er wissen müsste, das hier ein Falscheingang vorliegt. Allerdings kann der Absender versuchen nach § 812/816 BGB das Geld einzufordern (Zivilrechtlich). Hierbei ist die Verjährung zu beachten, die mit einer Frist von 3 Jahren bemessen ist und jeweils am Ende des betreffenden Jahres beginnt. Der Absender hat damit einen Herausgabeanspruch.

Am Ende bleibt dann abzuwägen, ob sich der ganze Vorgang lohnt. Dieser beginnt ja zunächst mit der Ermittlung des anderen Kontoinhabers, sofern dieser nicht bekannt ist. Dabei fallen bereits Kosten an. Für Kleinbeträge lohnt es sicherlich nicht. Anders kann das bei höheren Beträgen sein.

Überweisung an Betrüger geschickt

Auch das ist ein denkbares Szenario bei einer falschen Überweisung, wie Kontoinfo weiß. Sie wollen privat ein Produkt (zum Beispiel aus dem Kleinanzeigenmarkt) kaufen. Entdecken aber plötzlich nach der Überweisung, das es sich um einen Betrüger handelt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, neben der direkten Strafanzeige bei der Polizei. Zu einem können Sie wie oben beschrieben, versuchen die Überweisung zu stoppen, das funktioniert aber nur, wenn der Betrug bereits direkt nach der Überweisung bekannt wird.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Empfängerbank in Kenntnis zu setzen. Diese könnte informiert werden, dass es sich um einen Betrüger handelt. Dadurch bekommen Sie zwar nicht sofort das Geld zurück, aber unter Umständen wird das Konto bzw. der Betrag zurückgestellt, so dass der Kontoinhaber nicht an das Geld gelangt.

Hier sei aber darauf verwiesen, dass der Betrug unstrittig sein muss.

Handelt es sich nur um einen reinen Verdacht, ohne das ein Beweis erbracht werden kann, kann die Meldung bei der Empfängerbank schnell zu einem Bumerang werden und rechtliche Konsequenzen mit sich bringen. Sie sollten bei diesem Schritt also sehr genau abwägen!

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