Umzugskosten von der Steuer absetzen

In Deutschland wechseln fast 5 Millionen Haushalte jedes Jahr den Wohnort. Fast 40 Milliarden werden hierbei jährlich in den Umzug und in umzugsnahe Dienstleistungen investiert. 52 Prozent aller, die umziehen, bleiben in der gleichen Stadt. 18 Prozent

ziehen in weiter gelegene Städte. In den größeren Städten ist aber auch eines ersichtlich: Immer mehr Einpersonenhaushalte entstehen, die zur Wohnungsnot ebenfalls beitragen. Unter dem Strich bleibt aber auch eine andere Erkenntnis: Der Umzug ist teuer, oft sogar sehr teuer. Doch es gibt durchaus einige Möglichkeiten, den Umzug von der Steuer absetzen zu können. Wie und wann das möglich ist, erfahren Sie direkt bei uns.

Privater Umzug von der Steuer absetzen

Wer privat umzieht, hat nur wenige Möglichkeiten, die Kosten von der Steuer abzusetzen. Eine Möglichkeit dabei sind die haushaltsnahen Dienstleistungen. Dabei können alle Kosten bis zu maximal 20.000 Euro gesammelt werden, wobei diese zu einem Fünftel in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden können. Also bis zu 4.000 Euro pro Jahr. Ein paar Punkte sind allerdings dabei zu beachten.

  • Keine Barzahlungen
  • Nur von Unternehmen
  • 20 Prozent der Arbeitskosten
  • Maximal 4.000 Euro / Jahr

Die Kosten müssen nachweisbar sein. Dabei muss eine Rechnung von einem gewerblichen Dienstleister vorliegen. Ganz entscheidend hierbei: Die Rechnung darf nicht in bar bezahlt werden, sondern nur per Überweisung. Ansonsten kann kein steuerlicher Abzug erfolgen.

So können die Umzugskosten auch mit anderen Rechnungen (z.B. Handwerkerleistungen) kombiniert werden. So sind auch Winterdienste oder das Laubblasen als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar.

Viel besser sieht es allerdings aus, wenn sie beruflich umziehen. Bei einem beruflichen Umzug kann ein Großteil der Kosten direkt mit der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden.

Tipp: Privater Umzug wird beruflicher Umzug

Mit ein wenig Glück, kann aus dem privaten Umzug aber ein beruflicher Umzug werden. Beachten Sie dabei einfach den nachfolgenden Absatz. Kann zum Beispiel durch die neue Wohnung eine Fahrzeit von 30 Minuten künftig zur Arbeitsstelle eingespart werden, stehen die Chancen gut, den Umzug als beruflich bedingt anzugeben.

Beruflicher Umzug von der Steuer absetzen

Wer beruflich umzieht, findet hierbei eine ganze Menge an Punkte, die er bei der Steuer geltend machen kann. Doch zunächst muss geklärt werden, was unter einem beruflichen Umzug zu verstehen ist. Der Gesetzgeber hat hierzu gesagt, dass ein beruflicher Umzug dann vorliegt, wenn sich dadurch der Weg zur Arbeit um mindestens 30 Minuten verkürzt. Dabei kommt es nicht auf die Länge des Weges an, sondern nur auf die tatsächliche Zeitersparnis.

Bei Ehepartnern werden jeweils die einzelnen Wege betrachtet. Bei einem gemeinsamen Arbeitsweg kann eine Zusammenrechnung nicht erfolgen.

Das ist ein beruflicher Umzug:

  • Zeitersparnis von 30 Minuten
  • Wechsel des Arbeitsplatzes
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Rückkehr aus dem Ausland

Auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes kann zu einem beruflich bedingten Umzug führen. Maßgebend ist dafür immer der erste Job. Das kann auch dann der Fall sein, wenn der Arbeitgeber in eine andere Stadt mit seiner Firma zieht.

Wenn sich die Arbeitsbedingungen verbessern

Ein beruflicher Umzug kann auch dann von der Steuer abgezogen werden, wenn sich die Arbeitsbedingungen durch diesen Umzug verbessern. Hierbei wird das Finanzamt aber immer im Einzelfall genau prüfen.

Beruflicher Umzug – Rückkehr aus dem Ausland

Wer längere Zeit im Ausland lebte und nun in Deutschland einen neuen Job antreten möchte, kann die Rückkehr ebenfalls als beruflich bedingten Umzug steuerlich geltend machen.

Beruflicher Umzug – Welche Kosten kann ich absetzen

Bitte beachten Sie, dass viele Posten dabei belegt werden müssen. Zusätzlich können weitere Pauschalen in Anspruch genommen werden. Generell können alle Kosten in Verbindung mit dem Umzug (direkt und indirekt) steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gehören auch Maklergebühren, Übernachtungsaufenthalte und maximal bis zu 3 Monatsmieten für die neue Wohnung, wenn diese noch nicht genutzt werden kann. Ebenso auch doppelte Mietzahlungen! Auch der Umzug und weiteres kann steuerlich geltend gemacht werden, wenn es sich um einen beruflich bedingten Umzug handelt.

  • 30 Cent pro Kilometer – Wohnungsbesichtigung
  • Doppelte Mietzahlungen bis zu 6 Monaten
  • Maklergebühren
  • Bis zu 3 Monatsmieten für die neue Wgh.
    (wenn diese noch nicht genutzt werden kann)
  • Umzugskosten für den Hausrat
  • Kochherd bis zu 230 Euro oder
  • Öfen bis zu 164 Euro
  • Möbeleinlagerungen
  • Private Helfer

Interessant ist das bei einem beruflichen Umzug auch die Kosten von privaten Helfern abgesetzt werden können, wenn diese belegbar sind und per Überweisung bezahlt wurden! Die anfallenden Kosten für den Umzug können dann als Werbungskosten in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Grundlage dafür ist das Bundesumzugskostengesetz.

Diese Kosten können als Pauschale abgesetzt werden

Neben den obigen Kosten gibt es noch die Möglichkeit, eine Umzugskostenpauschale geltend zu machen. Hierbei sind keine Einzelnachweise zu erbringen.

Dazu zählen:

  • Renovierung der alten Wohnung
  • Verpflegung und Trinkfeld für Umzugshelfer
  • Anbringen von Lampen und Herd
  • Einbau von Küche
  • Ändern der Vorhänge
  • Umschreibung der Ausweispapiere
  • Schönheitsreparaturen
  • Ummeldung von Telefon, Auto, etc.

Die Umzugskostenpauschale wird jedes Jahr neu angepasst. Unter bestimmten Umständen kann auch eine höhere Pauschale gewährt werden, wenn Sie bereits innerhalb von 5 Jahren den zweiten beruflichen Umzug hinter sich haben. In diesem Fall erhöht sich die Umzugskostenpauschale um satte 50 Prozent. Ein anderer Weg: Können Sie die höheren Kosten mit Quittungen belegen, kann auch mehr geltend gemacht werden. Hierbei wird aber immer ein Einzelnachweis verlangt.

Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale

Seit dem 01. Februar 2017 liegt die Umzugskostenpauschale bei 1.528 Euro für Verheiratet und bei 764 Euro für Ledige. Für jede weitere Person im Haushalt kann ein Zuschlag von 337 Euro extra angerechnet werden.

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